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IG BAU – Betriebsrat Sea Life / Oberhausen


27.10.2018
Betriebsrätepreis 2018
Vom 06. bis zum 08.November 2018 treffen sich jetzt schon im 10 Jahr Betriebsräte aus allen Berufen und Branchen aus der gesamten Republik, die sich um den jährlich ausgelobten Betriebsrätepreis beworben haben.
In diesem Jahr waren es über...

...60 Gremien, die sich beworben haben. 12 von Ihnen werden zu der letztlichen Preisverleihung im Vorfeld von einer Juriy „nominiert“. Diese 12 können sich dann, im Rahmen der drei Tage, mit ihrem Projekt oder ihrer Idee für eine innovative und interessenorientierte Betriebsratsarbeit mit ihrem ganz eigenem Beispiel darstellen. In kurzen Vorträgen stellen sie ihre Arbeit einem fast 1.000 Teilnehmerstarken Publikum vor.

Der Betriebsrat der Oberhausener Kolleginnen und Kollegen von SEA LIFE ist 2018 unter den 12 nominierten möglichen Preisträgern dabei.

Das hat uns neugierig gemacht auf das Warum. In einem Interview haben wir von dreien der 7 BR-Mitglieder ihre Bewerbungsgründe erfahren:

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, Euch beim Betriebsrätepreis zu bewerben?

S.Krüger: Wir haben eine Information per E-Mail bekommen. Da war ein Hinweis auf den Deutschen Betriebsrätepreis dabei. Beim Durchschauen der Mail dachte ich (BR-Vorsitz) an unser Gremium und auch an die Belegschaft, die ja durch das Tal der Tränen und fliegenden Messer gelaufen ist. ….Ich war stolz, dass die Menschen das durchgestanden haben. …Dann hab ich, Schuss ins Blaue, das Gremium vorgeschlagen. Sie haben, würden sie es denn schaffen, ein Schulterklöpferchen verdient.


Das Thema eurer Bewerbung „Betriebsänderung ohne Betriebsrat, ein NO GO“ hört sich erst so unspektakulär an. Was bewegte Euch dieses zu wählen.

S.Krüger: Eigentlich wollten wir sagen: Durch den Konflikt in eine bessere vertrauensvolle Zusammenarbeit, aber das sehen wir gerade nicht mehr so. Das Wasser wird gerade wieder stürmisch um uns herum.

B.van Eicken: Nicht nur weil wir das durchgestanden haben, sondern wir auch anderen vielleicht hierdurch Inspiration geben können.

Wir wollten auch zeigen, wie es ja auch der Art und Weise der Veranstaltung entspricht, wie man über die Eskalation hin zu einer vernünftigen Mitbestimmung im Unternehmen kommen kann, so wie es das Gesetz möchte, eben den Beteiligungsrechten eines Betriebsrates, die bis dahin wirklich mit Füssen getreten wurden.


Ihr gehört zu den 12 Nominierten. Seid ihr überrascht?

S.Krüger: Wir wurden kontaktiert. Herzlichen Glückwunsch, wir haben es geschafft. Wir sind eines von 12 nominierten Gremien. 65 Betriebsratsgremien haben sich in diesem Jahr beworben. Aufgrund der Betriebsratswahlen 2018 waren es wohl weniger als in den letzten Jahren.


Es wird von Euch ein Vortrag über eurer Projekt erwartet. Was werdet Ihr machen?

S.Krüger: Wir dürfen in Bonn, im alten Plenarsaal des Bundestages, eine Rede halten zu unserem Projekt. …Es wird eine extrem große Runde sein, Politik, andere Betriebsräte und Gäste, also ein Forum, wo man einfach mal den Finger in die Wunde legen kann, um zu zeigen, da gibt es überall an den Standorten Menschen deren Namen nicht genannt werden, ganz viele die vielleicht auch zu bescheiden sind sich da zu bewerben, weil sie denken, ich mache ja eigentlich nur meinen Job. All denen zu zeigen, dass dieser Job unglaublich wichtig und eine Säule dieser Gesellschaft ist. Und wenn die Demokratie am Werkstor aufhört, dann spürt man das als Arbeitnehmer und fühlt sich, ich sag mal, dementsprechend ins Mittelalter versetzt.

Wollt Ihr den Preis gewinnen? Oder zumindest auf das Siegertreppchen?

S.Krüger: Wir werden zu zweit auf die Bühne gehen und unser Projekt vorstellen. Es werden drei Preise ausgelobt und ein Publikumspreis. Es gibt einen Supergewinn bei der Angelegenheit: Der Gewinn für uns an der Sache. 20 Minuten Redezeit vor Kollegen, die teilweise durch ähnliche Probleme gegangen sind. Sich manchmal auch allein gefühlt haben. Nicht jeder Betrieb hat ein 7köpfiges Gremium. Und denkt sich, bin ich hier eigentlich der Wahnsinnige oder ist die Welt die Wahnsinnige? Wir wollen auch klarmachen, es ist die Welt, die wahnsinnig geworden ist. Und wir müssen gucken, dass die das Ding irgendwie gewuppt kriegen, ohne dass der Kahn unter geht. ….Man muss zeigen, dass man den Mut haben muss zu sagen: Nein, bis hierhin und nicht weiter!

Wir freuen uns, das die Veranstalter uns mit unserem Zitat vorgestellt haben: „Diplomatie ist nicht immer freundlich. Sie ist das rechte Wort zur rechten Zeit!“

M. Rapp : Wir besprechen alle Themen im Gremium. Daher ist es auch unser aller Meinung die wir hier kundtun.

Unser Gewinn ist, dass wir in Bonn dabei sein können, um unsere Meinung zu äußern. In anderen Ländern ist das nicht möglich. Dort geht man für ähnliche Meinungsäußerungen ins Gefängnis oder Schlimmeres. Wir haben das Betriebsverfassungsgesetz. Es ist soweit ein Codex, an dem wir uns ausrichten können. …Wenn wir andere dazu bringen ebenfalls Betriebsräte zu bilden und den Betrieb vernünftig aufzustellen für die Zukunft, dann haben wir doch alles gewonnen was es zu gewinnen gibt.


Es werden drei Tage volles Programm an Inhalten und Erfahrungsaustausch sein. Wer von Euch fährt nach Bonn.

S.Krüger: Es ist uns gelungen das gesamte Gremium nach Bonn fahren zu lassen. Da gibt es viele Fachforen. Auch zum Thema Datenschutz. Daher ist es gut, wenn sich zwei Kolleginnen für ein Thema interessieren und dieses Wissen und Informationen zurück mit ins Gremium nehmen. Diese Foren sind teilweise überschneidend. Was heißt, dass einer alleine nicht jedes Fachforum besuchen könnte.


Der Bezirksverband wünscht Euch interessante Tage, viel Erfahrungsaustausch und eine erfolgreiche Teilnahme. Mit oder ohne Siegertreppchen sind wir sicher, dass euer Beitrag Beachtung findet. Besonders in unserem Bezirksverband der IG BAU -MEO. Denn ihr seid das erste Betriebsratsgremium, das an dieser Preisverleihung aus unserem Bezirksverband teilnimmt.